Soldatengrab

Tag 6: Einblick in die Arbeit an meinem Roman "Da, wo du bist"

 

Heute: Recherche kann auch schmerzhaft sein

 

Auf der Suche nach Informationen über die Einsatzorte meines Großvaters fand ich auf den Seiten des Volksbundes auch die Informationen zur letzten Ruhestätte seines Bruders. Ernst Bischoff war sechs Jahre älter als mein Großvater und der drittälteste Sohn seiner Mutter. 

Ich weiß jetzt, wo sein Grab ist und der Wunsch, es zu besuchen, schlummert in mir. Zunächst einmal habe ich ein Foto seines Grabes angefordert und ich habe einen Blumengruß beim Volksbund beauftragt.

So wird nun also zur 77. Weihnacht nach seinem Tod erstmals ein kleiner Gruß aus der Heimat sein Grab zieren. 

Könnt Ihr Euch das vorstellen? Die Gefühle einer Mutter, wenn sie die Nachricht bekommt, dass ihr Sohn, der kurz zuvor noch einen Brief an sie geschrieben hatte, einfach nicht mehr kommt? Die nicht weiß, wo in diesem riesigen Russland ihr "Junge" ist, den sie unter Schmerzen zur Welt brachte? Und sie kann sich nie von ihm verabschieden, weil seine sterblichen Überreste die Heimat nie mehr erreichen … Jedes Mal, wenn ich daran denke, ploppen die unzähligen Zahlen Kriegstoter vor meinem inneren Auge auf. Denn auch russische, französische, belgische, amerikanische, britische, japanische, … Mütter haben diese Trauer erlebt. Auch jetzt, gerade in diesem Moment, wo Ihr das lest, sterben irgendwo auf unserer Welt Menschen aufgrund eines sinnlosen Krieges. 

Ich habe mich entschieden, Mitglied beim Volksbund zu werden und die wertvolle Arbeit zu unterstützen, von der ich lange nicht geahnt habe, was sie eigentlich bedeutet. 

Die Mitgliederzeitschrift heißt "Frieden" - dazu brauche ich nichts zu erklären.

Hier gibt es den Link zum Grab des Onkels meines Vaters.

https://www.volksbund.de/graebersuche/detailansicht.html?tx_igverlustsuche_pi2%5Bgid%5D=f05b882da63f28c7ab8cde6851535920&cHash=2ddee77b9e04fd8a519c7f903d59767c